Mein NoBuy Jahr: die Regeln

von Jana
türkisfarbener Hintergrund, schwarzer Text: Mein Kauf Nix Jahr: die Regeln

Seit dem 1. Januar 2019 läuft unser NoBuy Jahr. Wobei der Titel so ja nicht ganz richtig ist. „NoBuy“ oder „Kauf nix“ bezieht sich vor allem auf nicht notwendigen Konsum. Und es sind bei uns doch einige Dinge erlaubt. Hier die Regeln, die wir uns gesetzt haben.

Türkisfarbener Hintergrund mit schwarzem Text: Ein Jahr nichts kaufen? Wer kommt denn auf so eine bescheuerte Idee? Ich.

Ein Jahr nichts kaufen – wer kommt denn auf so eine bescheuerte Idee? Ich.

Und warum? Weil es Zeit ist.

Wir haben uns in den letzten Jahren immer mal kleineren NoBuy Challenges gestellt. Mit scheinbar geringem Erfolg. Denn anfangs bestanden die vorrangig aus meinem Scheitern. Ich hab’s nicht mal eine Woche ohne ungeplante Einkäufe geschafft. Was mir auch ziemlich peinlich war.

Aber ich hab schnell gemerkt: Die Lernkurve ist steil. Und mit jeder Challenge, wurde es leichter. Ich habe immer öfter den Auto-Piloten ausgeschaltet und tatsächlich gemerkt, was ich gerade tue. Und es dann eben schlicht sein lassen konnte. Überhaupt ist der Kaufdrang erheblich geringer geworden. Und mein Leben damit einfacher und freier. Und davon will ich noch mehr. Darum also jetzt eine richtige Herausforderung. Die Kauf-nix-Challenge für ein ganzes Jahr.

Und, was ich mir vor zwei Jahren nicht mal hätte vorstellen können, das ist passiert: Ich freu mich drauf! Kann das selber noch nicht so ganz fassen, aber so ist es.

Seit dem 1. Januar 2019 läuft unser NoBuy Jahr. Wobei so radikal ist unsere Herausforderung gar nicht. Nicht Kauf nix, sondern eher Kauf achtsam. Denn es sind doch einige Dinge erlaubt. Hier die NoBuy Jahr Regeln, die wir uns gesetzt haben.

Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs sind erlaubt

Ist irgendwie ein No-Brainer, denn essen müssen wir nunmal und ohne Seife wird’s irgendwann eklig. Also ist aus dieser Kategorie erstmal alles erlaubt. Da vor allem ich dazu neige zu viel auf Vorrat zu kaufen, werde ich hier aber versuchen nur den aktuellen Bedarf zu decken. Beim Tanken halten wir es wie im vergangenen Jahr. Wenn die Strecke und die Witterung es zulassen, nehmen wir das Rad oder gehen zu Fuß. So sollte das Tanken nur eine winzige Rolle bei unseren Ausgaben spielen.

Kaputtes darf repariert oder falls notwendig ersetzt werden

Sagen wir mal, meine einziges Paar Winterstiefel ist so kaputt, dass auch ein versierter Schumacher sie nicht mehr retten kann. Dann darf ich mir ein neues Paar kaufen. „Nicht mehr hübsch“ oder „passen nicht zu meiner Outdoorhose“ gelten dagegen nicht als Kaufargument. Ist klar.

Brauchen wir etwas aber gar nicht so häufig oder haben noch genug Alternativen (Stichwort Kleidung), dann wird nicht ersetzt.

Zeit für Freunde und Familie bleibt

Familie ist uns wichtig und wir wollen unsere Lieben regelmäßig sehen. Da wollen wir keine Abstriche machen. Blöderweise trennen uns aber einige hundert Kilometer von den Familien. Einander sehen heißt also reisen. Das ist erlaubt und bleibt wie gehabt.

Wahrscheinlich werden wir uns einen bereits geplanten Urlaub im Sommer gönnen und vielleicht auch den Familienurlaub mit der Großfamilie im Herbst. Letztere bringt uns ja auch wieder der Familie näher.

Geschenke: so wenig, wie es angemessen ist

In unserer Familie gehören Geschenke (noch?) zum Geburtstag dazu. Und dabei wollen wir es erstmal belassen. Allerdings reduzieren wir deutlich die Anzahl an Geschenken. Wenn wir was sinnvolles finden, bevorzugen wir immer Erlebnisse über „Dinge“, aber das ist schon seit Jahren so und nichts neues.

Auch unsere Freunde sind uns wichtig und wenn das bedeutet, dass wir sie nur sehen können, wenn wir als Teil einer größeren Gruppe in die Therme gehen oder ins Restaurant, dann ist das so. Für uns selbst ist  Kochen ein  Hobby, daher zieht uns wenig zum Auswärts essen.

„Needs“ und Dinge, die auf unsere Ziele direkt einzahlen

Wenn man mal ganz ehrlich ist, dann gibt es wenig, was man wirklich braucht. Ein schützendes Dach über dem Kopf, ein bisschen Kleidung und was zu essen. Alles andere ist eben erstmal „Schmuck am Nachthemd“ und eben kein Need.

Wir wollen in diesem Jahr  trotzdem zwei Ausnahmen zulassen.

  • Dinge, die wir brauchen, um unseren Alltag zu bestreiten. Beispiel: direkt montiertes Licht am Fahrrad, das verbunden ist mit einem Dynamo. Wir sind bisher mit Aufsatzlichtern gefahren. Die Kälte saugt allerdings die Batterien so schnell leer, dass wir schon mehrfach  im Dunkeln ohne Licht fahren mussten – lebensgefährlich und auch mit  Akkus nicht nachhaltig. Das zu ändern klassifizieren wir als Need, denn das Fahrrad ist für uns beide das Fahrzeug der Wahl für fast alle Fahrten.
  • Dinge, die direkt auf unsere Jahres und Lebensziele einzahlen. Jeder von uns hat sich konkrete Ziele für das Jahr 2019 und darüber hinaus gesetzt. Manchmal muss man Geld ausgeben, um diese Ziele schneller oder überhaupt zu erreichen. Ich möchte in diesem Jahr diesen Blog aufbauen und werde sicher an der einen oder anderen Stelle Hilfe benötigen. Was genau ich brauche, kann ich heute noch nicht wissen. Auch hier gilt es achtsam zu sein.

Die Ausnahme: Wünsche des Kindes

Die Konsumwünsche unseres Kindes sind ausgenommen. Wir haben uns als Paar entschieden, uns dieser Herausforderung zu stellen. Wir haben das entschieden und wollen ihr da nichts überstülpen. Sie hat aus unserer Sicht ein gesundes Verhältnis zum Konsum und wir wollen diese Entspanntheit nicht durch künstliche Verknappung gefährden.

Und wenn Du jetzt einen Schreck bekommst: Unsere Kleine saust nicht wie ein Kugelblitz durch die Einkaufspassage und shoppt mit der schwarzen Amex die Regale leer. Wir haben bisher viel über ihre spontanen Wünsche gesprochen und da immer ein Maß gefunden, dass für uns alle gepasst hat. 

Türkisfarbener HIntergrund und schwarzer Text: Und Warum? Weil es Zeit ist.

Blick nach vorn

Das sind die Regeln. Jetzt, wo ich alles aufgeschrieben habe, ist doch eine ganze Menge an Dingen erlaubt. Irgendwie juckt es mich in den Fingern, die Daumenschrauben noch etwas anzuziehen und das mehr zu einer Herausforderung werden zu lassen. Aber das Jahr ist ja noch lang. Ich bin gespannt, wie ich das in sechs Monaten sehe.  


Hier geht es zum ersten Monatsbericht: Januar

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