Die Rasierhobel-Revolution: Warum Plastikrasierer jetzt Angst haben.

von Jana

In diesem epischen Battle erfährst Du, weshalb Rasierhobel die Welt der Einwegrasierer gerade Angst und Schrecken versetzen. Und weshalb Du am Ende dieses Artikel Deinen Einwegrasierer wahrscheinlich in Rente schicken willst.

Die Kontrahenten in der Rasierhobe-Revolution

Auf der einen Seite stehen alte Bekannte. Die Plastikrasierer.

Wir kennen Sie alle: die einfachen Einwegrasierer, die die Fußsoldaten liefert. Sie sind nur stark in der Gruppe und werden daher immer in Päckchen zu mindestens 5 Stück verkauft. Eine Ganzkörperrasur kann eine ganze Einheit vernichten. Sie kommen quasi ohne Waffen auf’s Schlachtfeld und sind mit der ersten Feindberührung bereits dem Untergang geweiht. Sie sterben meist an stumpfen Klingen, doch manche schaffe es sogar dermaßen schlecht verbaut zu sein, dass sie sich in Haaren verfangen. Einmal nass geworden, rosten sie im High-Speed Tempo.

Die mit der 3-fach Klinge. Im Mittelalter wären sie wohl die etwas besser bewaffneten Großbauern gewesen. Ihre Klingen schaffen auch mehrere Einsätze und das Preis-Leistungsverhältnis wirkt auf den ersten Blick besser, doch sind die Klingen meist fast so teuer, wie ein neuer Rasierer mit ein paar Extraklingen. Ausfallerscheinungen gibt es dennoch zeitnah, meist lassen sie sich mit etwas mehr Druck dazu überreden zumindest die aktuelle Schlacht noch zu schlagen. Erhöht aber leider auch das Risiko einer Meuterei und man endet mit blutigen Spüren oder mehr gezupften, statt geschnitten Haaren. Autsch.

Die Noblen. Sie kommen vollummantelt mit pflegendem Rasiergel oder beweglichen Köpfen. Und erwecken damit den Anschein das Feld besser überblicken zu können und insgesamt kurzen Prozess ohne viel Aufhebens zu machen. Doch bei genauerem Hinsehen entpuppt sich vieles als schöner Schein. Das Rasiergel löst sich im Wasser schneller auf als noch Leben in der Klinge ist oder geht auf der Seite zur Neige, auf der man es eigentlich noch bräuchte. Die Gelenke, um die sich die Klinge bewegen soll, bewegt sich überall hin, nur nicht in die Richtung, die Du gerade gerne hättest. Vor allem aber: die Noblen sind anspruchsvoll in der Haltung, wollen auf eine bestimmte Weise gelagert werden und vor allem sind ihre Klingen auf Dauer sehr teuer.

Auf der anderen Seite: der Neue mit der Erfahrung aus Generationen. Der Rasierhobel.

Ja, wahrscheinlich hatte auch der Opa schon so ein Teil, wenn er nicht ganz verwegen direkt auf ein Rasiermesser gesetzt hat. Auch ihn gibt es in verschiedenen Varianten. Mit verschiedenen Mechanismen zur einfachen Entnahme der Klinge und zur Reinigung. Es gibt ihn von rosé gold bis schwarz, fügt sich also wunderbar in deine Badezimmer ein. Aber auch mit offenem oder geschlossenem Kamm. Also wie offen oder eben verdeckt liegt die Klinge im Hobel. Ich bin ein Angsthase. Darum ist bei mir der Kamm geschlossen. Vor allem vereint eines die Gruppe der Rasierhobel: eine scharfe Klinge, die in direkten Kontakt mit dem Gegner geht. Und dabei quasi nichts kostet.

Die Macht des Rasierhobels: Warum Rasierhobel überlegen sind

Bei meinem ersten Kontakt mit meinem neuen Rasierhobel war ich erschüttert. War ich es bisher gewohnt, dass meine Rasierer zwar bei der ersten Nutzung gut gleiten, ließ die Schärfe schnell und stark nach. Mein Rasierhobel hat dagegen die Schärfe von Excalibur. Und die bleibt auch wirklich lange so. Kein Zupfen und Ziepen, das Ding gleitet über Wochen so gut, dass ich gar nicht auf die Idee komme, die Klinge zu tauschen. Und das auch bei Endgegnern wie Kopfhaaren oder den Locken, die eben nicht auf dem Kopf wachsen.

Der Griff. Ich weiß, das ist vielen total Wurscht. Aber ich liebe die Haptik des Griffs an meinem Rasierhobel. Das teilt läuft leicht zwischen den Fingern, ich hab aber die totale Kontrolle. Egal, wo an meinem Körper ich gerade unterwegs bin. Rasierhobel haben sozusagen das Schlachtfeld fest im Griff.

Rasierhobel - der Griff ist gleichzeitig rau genug um ihn gut im Griff zu halten und glatt genug, um wenig über die Haut zu gleiten.

Schonmal versucht eingeklemmte Haare zwischen den Klingen eines Plastikrasierers zu entfernen? Das macht keinen Spaß. Bei meinem Hobel, öffne ich einfach den Mechanismus ein bisschen, lass Wasser rüberlaufen. Fertig. Und schon kann es weiter gehen.

Auch die Reinigung ist kein Problem. Mechanismus aufmachen, Wasser drüber laufen lassen und an der Luft trocken lassen. Der Aufwand ist quasi bei null und das Ding immer sauber und einsatzbereit.

Der leere Hobel ist auch easy zu transportieren

Wie oft hast Du Dir schon in die Finger geschnitten, weil dein Rasierer im Stress ohne Schutzhülle in die Reisetasche gelandet ist? Weil dieses Schutzhüllen Ding „irgendwo“ ist? Ich hatte die Teile ne zeitlang immer in einem Waschlappen damit das nicht passiert. Und es trotzdem regelmäßig geschafft. Mit dem Hobel? Eine Freundin hat so ein Model, wo die Aufhängung im Bad direkt auch die Schutzhülle ist. Frau nimmt also einfach das ganze Teil von der Wand und ist bereit. Ich montiere tatsächlich die Klinge raus und nehm die separat mit. Aber das ginge nun ehrlicherweise auch mit dem Plastikdings.

Eine mächtige Waffe, doch nur die erfahrene Militärführerin kann die ganz großen Erfolge feiern.

Ja, ja. Ich gebe es ja zu. Rasieren mit einem Hobel ist nicht ganz so einfach wie mit den Plastikdingern. Und es kann einen schon gruseln mit so ner scharfen Klinge in direkten Kontakt zu gehe. Ich hab mir damals wirklich fast ins Hemd gemacht. Und ich glaube auch ein bisschen das Atmen vergessen. Und dann gemerkt: Geht. Geht gut. Geht viel besser als mit den Plastikdingern. Juhu.

Hierauf musst Du achten:

  1. Dein Hobel ist sauber verschlossen. Heißt: da wackelt nix. Die Klinge sitzt fest verspannt. Mit nem halb offenen Kamm rasieren ist mindestens doof, aber irgendwann wahrscheinlich wirklich gefährlich. Ich hab mal mit im Rasieren den Hobel sauber gemacht. Nicht wieder sauber zugedreht. Tja. Jetzt hab ich ne Narbe mehr.
  2. Das Zauberwort heißt 45 Grad Winkel. Naja. Ok. 30-45 Grad. Kommt halt auch drauf an, wo Du schneidest. Aber für die ersten Versuche am Unterschenkel: 45 Grad. Also die Klinge zu deiner Haut. Das ist die magische Formel. Alles andere ist nur Schmuck am Nachhtehmd. Also üben: 45 Grad Winkel. Bei weniger nimmst eine sehr rabiate Exfoliation vor. Also quasi einmal die obere Hautschicht. Nicht gut. Bei mehr streichelst mit der Blende über die Haut, aber Haare schneidest so nicht. Also: 45 Grad Winkel.
  3. Kein Druck. Ja, ich weiß. Das haben wir uns alle angewöhnt: schneidet nicht gut, dann drück ich ein bisschen mehr. Nein, das machen wir nicht mehr. Das darfst Du einfach aus Deinem klugen Kopf streichen und verlernen. Wenn der Hobel nicht schneidet, stimmt entweder der Winkel nicht oder die Klinge ist durch. Druck ändert nix davon was.
  4. Zugrichtung: Schneide in Richtung der Haarwuchses. Mit etwas Übung sind dann alle Haare weg. Falls nicht, kannst Du auch die Richtung ändern. Je öfter du drüber gehst, desto wahrscheinlicher sind allerdings Hautreizungen, denn Du rasierst ja jedes Mal die Haut mit und irgendwann ist das eben zuviel. Das gilt natürlich für alle Rasierer.
Rasierhobel mit stark eingespannter Klinge

Auf diesem Foto sieht man ganz gut, wie stark die Klinge durch den Rasierhobel gespannt wird. Und dadurch im 45 Grad Winkel ideal schneiden kann.

Kampf in unwegsamen Gelände

Jetzt ist nicht jede Körperstelle gleich gebaut. So ein Unterschenkel ist ein dankbares Projekt zum Üben, das Knie wiederum eher schwierig. Das gilt nun für alle Rasierer, egal ob Einweg oder Rasierhobel. Und trotzdem hat meiner Meinung nach der Hobel meist die Nase vorn.

Nehmen wir mal so nen Kopf auf dem theoretisch (noch) Haare wachsen, aber vielleicht nicht mehr so viele. Und der Besitzer des Kopfes trägt dann lieber Glatze, als dieses „nicht mehr so viele“. Oft sind das dann auch so flaumige Babyhaare, die sich einfach ganz klein machen dann rutscht so ein normaler Rasierer schonmal vorbei. Oder diese einzelnen dicken Baumstämme auf ansonsten weitestgehend leerer Fläche. Da kommt so ein Rasierer und was macht das Baumstammhaar? Richtig. Es duckt sich. Und stellt sich dann wieder auf. Da muss schon der vielgepriesene und bestausgebildete Kämpfer mit der Superklinge kommen. Du ahnst es: der Hobel. Und entgegen gängiger Meinung, kommt der auch ganz gut in Ecken. Vor allem: meist reicht ein einzelner Streich und alle Gegner sind erledigt. Du musst also nicht zweimal dorthin, wo es schwierig ist.

Intimrasur als Endgegner: Die ultimative Herausfoderung auch für den Helden unter den Rasierern

Die Schweiz gilt als uneinnehmbar, selbst für die beste Armee. Hä? Warum redet sie jetzt von der Schweiz????? Naja. Das mit der Uneinnehmbarkeit liegt angeblich an der besonderen Geografie der Schweiz. Es ist da schwierig mit den ganzen Tälern und Bergen und man muss sich schon sehr gut auskennen, damit man nicht in einer ausweglosen Lage endet. Und so unwegsames Gelände gibt’s halt auch am Körper.

Ich gebe zu, ich hatte meinen Rasierhobel schon sicher zwei Jahre, bevor ich mich an diese topografisch schwierige Region getraut habe. Immerhin braucht es doch ein bisschen Erfahrung. Und man will sich ja nie schneiden beim Rasieren. Aber an der Stelle, an der Stelle wirklich überhaupt nie nicht. *schüttel*

Aber: wenn man den idealen Winkel gelernt hat, verstanden hat, dass man eben auch meist nur einmal drüber muss und: das Gelände kennt. Dann geht das erstaunlich gut. Also: Durchatmen, entspanntes ruhiges Arbeiten. Haut leicht straffen (nicht so dolle, das fördert Rasurbrand), vorher gut mit Rasierseife oder ähnlichem pflegen. Und falls das ein wichtiges Einsatzgebiet für Dich ist: kauf dir einen Hobel mit geschlossenem Kamm und kurzem Griff. Macht’s ein bisschen einfacher. Und übrig bleibt eine Berg- und Talregion ohne einen einzelnen Baumstamm. Ideal für Freizeitsportarten.

Kosten eines Rasierhobels: Investition in die Zukunft

Anschaffung bei um die 80 Euro?, klingt erstmal viel . Da kann man ja einige Einwegrasierer für Kaufen. Doch langfristig sparst Du Geld. Denn die Klingen sind einfach nur billig. Ich habe vor Jahren für 10 Euro 100 Klingen gekauft. Die Tüte erscheint kein bisschen leerer. Gehen wir also davon aus, dass ich vor 5 Jahren für 80 Euro einen Hobel und für 10 Euro eine Tüte Klingen gekauft habe, dann gebe ich seither im Jahr 18 Euro aus. Ich habe aber noch so viele Klingen übrig, dasss ich noch ein paar Jahre keine Nachkaufen muss. Und so sinken meine Kosten pro Jahr immer weiter. Denn selbst wenn ich mal Klingen nachkaufen muss – sie halten so lange, da passiert nichts. Sie schonen also nicht nur die Umwelt, sondern auch deinen Geldbeutel. Also grobe Orientierung: eine Klinge pro Monat ist für eine Frau plus den Kopf eines Mannes ein guter Richtwert.

Rasierklingen auf einem Haufen. Günstig für den Rasierhobel

Das beste: No f***ing Pink Tax! Zahlst nix extra für ein zartes rosé gold. Die Klingen sind unisex und vor allem eins: günstig und scharf.

Der klare Sieger ist also der Rasierhobel. Jedenfalls für mich.

Wenn Du also versuchst, weniger Plastikmüll zu verursachen. Hier wäre so ein Thema bei dem Du wahrscheinlich eher einen Win-win hast. Für Dich und die Umwelt. Und natürlich auch für den Geldbeutel. Wenn Du also das nächste Mal in den Kampf ziehst, entscheide Dich für einen Rasierhobel an Deiner Seite. Und werde zum Helden.

Mein einziger Tipp zum Schluß: Ich würde mir heute einen Hobel kaufen, der einen Klappmechanismus zum Öffnen hat. Beim geschlossenen Kamm bleibe ich, der hat sich für mich bewährt.

Wenn Plastik sparen im Badezimmer Dein aktuelles Projekt ist, interessiert Dich vielleicht auch meine Erfahrungen zum Haar waschen ohne Shampoo.

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