FIRE – nie mehr arbeiten müssen

von Jana
FIRE Nie mehr arbeiten müssen

Die wichtigsten Fakten für den Traum von der Rente mit 30.

Was ist das eigentlich, FIRE?

FIRE steht für „Financial Independence/Retire Early“. Die Idee dahinter: Spare und investiere so viel Kapital an, dass Du Deine kompletten Lebenshaltungskosten aus den Kapitalerträgen decken kannst. Wenn Du früh anfängst, kannst Du mit 30 in Rente. Und ja, dann musst Du nie mehr arbeiten. Das ist das „Versprechen“.

Klingt erstmal unglaublich, oder? Aber es gibt sie. Und zwar reihenweise. Menschen, die es geschafft haben oder kurz davor sind. Und diejenigen, die anderen dabei helfen, es selbst zu schaffen. Vor allem in den USA, aber auch hier bei uns. Zum Beispiel Mr. Money Mustache (englisch), Frugalwoods (englisch), Olli von den Frugalisten, Natscha von Madame Moneypenny.

Einer der großen Gurus ist Pete Adeney, ein ehemaliger Softwareentwickler, der mit 30 seinen Bürojob gekündigt hat und seither von den Erträgen seiner Investitionen lebt. Bekannt ist er als Mr. Money Mustache und er ist sowas wie der Guru der Szene. Und ich bekenne mich. Seit etwa zwei Jahren bin ich Anhängerin des Kults. Und es hat mein Leben verändert. Ohne FIRE gäbe es diesen Blog nicht.

Was muss ich tun, um finanziell unabhängig zu werden?

Nicht erschrecken, jetzt kommen ein paar Begriffe, die Dich eventuell an ungeliebte Mathestunden erinnern. Aber keine Sorge. Das hier ist schnell verstanden. Und es sind auch nur 2 1/2 wichtige Dinge.

FIRE Deine Sparquote die wichtigste Kennzahl
  • Das wichtigste Element zuerst: Deine Sparquote. Denn diese sagt am meisten darüber aus, wie lange es dauern wird, bis Du FIRE erreichst. Je höher, desto schneller geht es. Am besten über 50%. Du kannst also Deine Einnahmen erhöhen oder Deine Ausgaben verringern. Am besten tust Du beides gleichzeitig. Denn eine hohe Sparquote hilft Dir gleichzeitig auf zwei Ebenen: Es bleibt mehr Geld übrig, um es zu investieren und Du musst weniger Kapital aufbauen, um Deinen Lebensstandard zu finanzieren.
  • Sparen allein reicht nicht. Du musst Dein Geld investieren. Denn dein bester Freund ist der Zinseszinseffekt. Hast Du bestimmt schonmal gehört. Ich hatte keine Ahnung wie mächtig dieses Werkzeug ist. Der Zinseszinseffekt lässt Dein Vermögen exponentiell wachsen. Und dass kann sich unter Hirn nur sehr schwer vorstellen. Im Grunde hilft Dein Geld mit und vermehrt sich (bei Investitionen in Aktien erwirtschaften die Unternehmen diesen Mehrwert für Dich). So musst Du nicht alleine alles erarbeiten. Dafür musst Du aber etwas tun: Du musst Dein Geld investieren. Mit Tagesgeld kommst Du aktuell nicht weit, da gibt es zu wenige Zinsen. Innerhalb der FIRE Community am beliebtesten: passive Investmentstrategien mit geringen Gebühren, häufig Immobilien oder Indexfunds (ETFs). Lies Dich ein und investiere NIEMALS in etwas, dass Du nicht selbst verstehst. Unten findest Du einige Links und Literatur zum Einstieg.
  • Das brauchen nicht alle, aber am Anfang hilft es sehr: Kenne Deine Zahlen. Denn damit kontrollierst zu Deinen Erfolg und weißt überhaupt erstmal, wie viel Geld Du brauchst. Die wichtigsten Zahlen sind:
    • Deine monatlichen Einnahmen
    • Deine monatlichen Ausgaben
    • und die daraus resultierende Sparquote
    • Dein Nettovermögen
    • Deine FIRE-Zahl.

Mehr brauchst Du nicht, um Deinen Erfolg zu messen und zu sehen, was Du schon geschafft hast. Zur Kontrolle reicht ein einfaches Haushaltsbuch. (Ich nutze eine App, die alles in kleine Häppchen runterbricht: Daily Budget. Ich habe aber auch schon vieles gutes von einem Buch names Kabebo* gehört. Kenne es selbst aber nicht.)

Was für mich zum Thema FIRE besonders wichtig ist.

Finde Dein Warum

Im ersten Augenblick finden viele die Vorstellung nicht mehr arbeiten zu müssen mega attraktiv. Und auch bei mir war das am Anfang der Anker. Aber wer FIRE darauf reduziert, einen ungeliebten Job los zu sein, der verpasst was. Es ist nämlich viel machtvoller auf ein Ziel hinzuarbeiten, auf dass man sich wie Bolle freut. Als nur endlich von etwas Nervigem wegzukommen. Es geht darum von etwas großartigem zu träumen, nicht etwas zu schlechtes vermeiden. Frag Dich also: Was möchte ich mit meiner Zeit machen, wenn Geld keine Rolle spielt? Was ist mir wirklich wichtig? Als Hilfsfrage: Wenn Du heute im Lotto gewinnst. Und zwar genau so viel Geld, dass Du gut über die Runden kommst. Was würdest Du dann tun?

FIRE Was ist dEin Traum

Und dann frage Dich: Kann ich das vielleicht jetzt schon? Vielleicht brauchst Du FIRE ja gar nicht. Sondern nur Selbstvertrauen und ein bisschen Mut um Deinen Traum jetzt schon zu verwirklichen?

FIRE geht auch anders

Du liebst Du Deinen Job und kannst Dir gar nicht vorstellen, etwas anderes zu machen? Herzlichen Glückwunsch! Aber vielleicht sind ja die FIRE Varianten genau richtig für Dich? Es gibt nämlich nicht nur Full FIRE, so wie ich das oben beschrieben habe. Sondern auch sowas wie Barista FIRE. Statt ganz aufzuhören, arbeitest Du einfach weniger oder anders. Du kannst zum Beispiel einmal im Jahr einen Sabbatical machen. Oder in Teilzeit arbeiten. Oder endlich in Deinen Traumjob wechseln – obwohl der schlechter bezahlt ist. Und das alles ohne Angst vor Altersarmut oder Sorge darum, deine Kinder in der Ausbildung nicht unterstützen zu können. Oder Du übersetzt Deine geringeren Ausgaben direkt in weniger Arbeit. Oder Du änderst gar nichts. Und es ist einfach so, dass dein Job Dich mehr braucht, als Du ihn. Auch schön.

Ein Ziel von dem Du lange was hast

Die wenigsten von uns verdienen genug Geld, um FIRE sehr schnell zu erreichen. Für fast alles wird es Jahre und Jahrzehnte dauern, bis sie in die Nähe ihrer FIRE Zahl kommen. Darum ist mir diese Feststellung ganz wichtig: Auch bei FIRE ist der Weg das Ziel. Es geht nicht darum, sein komplettes Leben auf „Pause“ zu setzen, nur um vielleicht irgendwann nicht mehr arbeiten zu müssen. Es geht darum, mit großer Achtsamkeit zu spüren, was ich heute brauche und nicht brauche. Und zumindest mir geht es nicht um blinden Frugalismus. Sondern darum, absichtsvoll zu konsumieren.

FI (Finanzielle Unabhängigkeit) ist wichtiger als RE (Frührente)

Tatsächlich ist für mich der erste Teile von FIRE, nämlich Finanzielle Unabhängigkeit weit wichtiger als der zweite Teil, nämlich aufzuhören zu arbeiten. Denn Freiheit, das ist das eigentlich reizvolle. Möglichkeiten zu haben. Zu Beginn der Reise sind es vielleicht nur kleine, aber je größer Dein Vermögen wird, desto mehr Möglichkeiten gibt es. Was für ein Geschenk an Dich selbst.

Drei Dinge, die FIRE quasi sofort für Dich tut

Du hast Deine Finanzen im Griff – und damit Ruhe im Kopf

Sobald Du beginnst, Deine Finanzen zu ordnen und monatlich Geld übrig bleibt wirst Du es spüren: die innere Ruhe die mit einem finanziellen Polster einhergeht. Und ja, das Gefühl setzt sofort ein. Am Anfang sind es vielleicht vermeintliche Kleinigkeiten. Du kannst die Waschmaschine direkt ersetzen, wenn sie kaputt geht. Oder eine Auto Reparatur ist zwar ärgerlich, aber bereitet Dir keine schlaflosen Nächte. Irgendwann kannst Du vielleicht sogar aus dem Stand das Auto ersetzen. (Wenn Du überhaupt wirklich eines brauchst.) Angewandte finanzielle Bildung – und das ist das, was Du tust, lässt viele Sorgen einfach wie Seifenblasen zerplatzen. Und zumindest die Dinge, die man für Geld kaufen kann, werden leichter.

Reduktion auf das Wesentliche

Um eine hohe Sparquote zu erzielen, musst Du schon ziemlich radikal Konsumverzicht üben. Und das heißt, konsequent Prioritäten setzen. Denn Geld ausgeben ist oft keine Option und irgendwie anders an die Dinge heranzukommen manchmal mühsam. Deine Zeit nicht wert. Die Konzentration auf die Dinge, die Dir wichtig sind, passiert so quasi von alleine. Es sind die Dinge, auf die Du nicht verzichten magst. Auch dann nicht, wenn sie doch mal Geld kosten.

Den Traum leben – und heute damit anfangen.

FIRE Den Traum leben und heute damit anfangen

Du hast eine Vision davon, wie Dein Leben in finanzieller Unabhängigkeit aussieht? Was Du tust und nicht tust? Dann kannst Du manche dieser Dinge auch heute schon umsetzen. Du liest in deiner Vision? Wann ? Abends? Was tust Du jetzt abends? Fernsehen? Schaust Du in Deiner Vision fern? Nein? Dann lass es sein. Bau Dein Leben jetzt so nahe wie möglich an die Vision ran. Manche Sachen brauchen Zeit, andere gehen sofort. Fang mit den Low hanging fruits an und arbeite dich vor. Im Grunde kaufst Du Dir mit FIRE nämlich Zeit. Was für ein Luxus.

Aber warte nicht auf FIRE. Lass Dich nicht aufhalten und mache mit der Zeit, die Du jetzt schon hast, so viel wie möglich. Die finanzielle Unabhängigkeit bringt Dir dann einfach nur ein „noch mehr“ von all dem Guten.

Und was hat das jetzt mit achtsamem Konsum zu tun?

Für viele ist Frugalismus eine Art Grundvoraussetzung für FIRE. Mein Problem damit: Für mich ist ein blanker Frugalismus nichts. Fühlt sich für mich wie eine Diät an, auf die ich keine Lust habe und wo ich befürchten muss, irgendwann einen schweren Rückfall zu erleiden und wahllos zu Geld zu verprassen. Ähnlich einem fiesen Jo-Jo nach einer Diät. Nichts, was ich über Jahre durchhalte. Die Belohnung auf Jahre und Jahrzehnte nach hinten schieben? Meh. Nicht meins.

Beim achtsamen Konsum ist das anders. Ich bin ganz bei mir. Ich leben entlang meiner Werte. Und zwar schon heute. Ich schiebe also kein großes Glück und keine Freude auf. Ich lebe heute schon so nahe wie möglich an meinem Ideal. Achtsamer Konsum hilft mir also FIRE zu erreichen, ohne mich schmerzhaft einschränken zu müssen. Und stattdessen mit ganz viel Sinn im heute.

FIRE hilft mir achtsam zu sein.

Gleichzeitig ist FIRE für mich ein attraktives Ziel, das mir dabei hilft achtsam zu sein. Denn ich wünsche mir diese Freiheit sehr. Gar nicht unbedingt das nicht mehr arbeiten. Aber das nicht mehr arbeiten müssen. So fällt es mir im Zweifelsfall leichter, mich gegen einen Kauf zu entscheiden. Da jeder Euro den ich investiere statt ihn auszugeben, mich näher an FIRE heran bringt. Und jeder Euro, den ich ausgebe, einem lebenslangen Kredit entspricht, wie Olli von den Frugalisten sehr eindrücklich vorrechnet. Wenn ich mich also Frage, ob etwas auf meiner Wunschliste gekauft werden soll, dann kann ich das auch erstmal zurückstellen und eine Weile beobachten. Meist brauche ich es eben doch nicht so dringend. Und bleibe so frei von Krempel und behalte mein Geld.

Jetzt ist es an Dir – Bist Du „on FIRE“?


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1 kommentieren

Frugalist 19. Oktober 2019 - 8:23

Weitere Tipps für Frugalisten gibt’s auch bei http://www.frugalisten-tipps.de

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